Schützengesellschaft Wallenfels e.V.

 

 

 

 

1860-1909

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Aus der Vereinsgeschichte der Vereinigten Schützengesellschaft 1860 Wallenfels e.V.

vom derzeitigen Schriftführer Hilmar Schramm

Teil I (1860 - 1909)

Der Zeitpunkt für die Gründung der damaligen Scharfschützengesellschaft Wallenfels dürfte auf das Frühjahr 1860 zurückgehen. Mehrere Wallenfelser Bürger fanden sich zur Gründungsversammlung im damaligen Gasthof "Zum Anker", der heutigen Gastwirtschaft "Zum Schloßberg" zusammen. In einer früheren Vereinschronik wird namentlich von 11 Gründungsmitgliedern berichtet. Nach neueren Recherchen, dem Studium des noch vorhand- enen 2. Protokollbuches von 1889 - 1895, kann man jedoch von einer grösseren Personenzahl ausgehen, die bei der Gründung des Vereins anwesend waren.
Bisher waren namentlich als Gründungsmitglieder des Vereins bekannt:

Johann Goeppner - Fischjohann
Johann Müller - Sägfeiler
Georg Schmitt - Fuchs
Andreas Will - Konditor
Andreas Schmitt - Meister
Andreas Götz - Götzenandres
Höpfel - Marktschreiber
Bartl Schauer - Zieler
Andreas Göppner - Büchsenspanner
Uselmann - Forstmeister
Rohnfelder - Lehrer

Durch Recherchen sind in den Kreis neu dazugekommen:

 Kaspar Götz, Karl - Auszügler + am 06.05.1892 im Alter von fast 80 Jahren.
 Heinrich Stöcker - Glaser, + am 11.07.1894, u.a. langjähriger Vorstand.

SGW Chronik Einladung z. Hauptschießen 1860



Die ersten Statuten für die damalige gegründete Actien-Schützengesellschaft Wallenfels datieren vom 27. Mai 1863.

Das Comité setzte sich gem. § 11 der 1. Satzung aus 2 Vorständen, 1 Kassier, 1 Sekretair und 2 Ausschussmit- gliedern zusammen. Bei den Vorständen handelte es sich laut Unterschriften um Heinrich Stöcker und Johann Stöcker. Als Kassier fungierte Balthasar Göppner, Bürgermeister Weiß und Joseph Gleich wurden als Ausschussmitglieder aufgeführt. Der Wortlaut der genannten Statuten mit den §§ 1 - 35 wird noch an anderer Stelle erwähnt werden.
Bereits mit Schreiben des Königlichen Bezirksamtes Kronach vom 9. Juli 1863 wurde dann nach Eingabe vom 29. Juni 1863 die vorgenannte 1. Satzung geändert und mit Nr. 373 beim damaligen Bezirksamt Kronach niedergelegt (Ad acta über Vereinswesen vom 16. Juli 1863). Mehr als 30 Herren nahmen unterschriftlich von der geänderten Satzung Kenntnis. Neu war jetzt, dass an der Spitze der Gesellschaft ein Vorstand, ein Kassier und zwei Ausschussmitglieder standen.

Ins Jahr 1863 fiel auch der Erwerb des "Sommerkellers" Nr. 116 a. Vier sicherlich gut betuchte Vereinsmit- glieder kauften das damalige Gebäude samt Anlagen auf und übten künftig dort auch das Braurecht aus (Quelle Notariatsurkunde v. 12.02.1863). Die ersten Schießen sollen zunächst seit 1860 in der Gartenanlage des Müller-Sägfeiler stattgefunden haben. Der behelfsmäßige Schießstand sei auf dem Platz des mittlerweile nicht mehr vorhandenen Sägewerks von Andreas Müller-Sägfeiler aufgebaut gewesen. Geschossen habe man mit Feuerstutzen in Richtung Allerswald. Als nächste Schießstätte wird die bereits angelegte Schießstätte des Kellerwirtes Stöcker Mälzer (jetziger Sommerkeller) ab 1863 genannt, die von der mittlerweile in die Schützengesellschaft umbenannten Institution unentgeltlich benutzt werden konnte. Auch hier waren zunächst nur behelfsmäßige Schießeinrichtungen installiert. Die jetzige Gastwirtschaft "Sommerkeller" war ab 1863 fortan auch das "Vereinsheim" für die Schützengesellschaft.
Einer Annonce der Schützengesellschaft Kronach im "Fränkischen Wald" von 1868 ist unter dem 01. Aug. zu entnehmen:"Morgen auf Wallenfels per Leiterwagen. Abfahrt 1 Uhr. Zusammenkunft bei Hrn. Reubel (Goldener Wagen). Die Vorstände".

SGW Chronik Eröffnung Sommerkeller 1863

Das erste massive Schiesshaus wurde in den Jahren 1870/71 erstellt. Dies verwundert umsomehr, als doch der Bau in die zeitlichen Wirren des Deutsch-Französischen Krieges fiel. Das damalige Gebäude steht noch in der Ailastraße im Anwesen der ehemaligen Metzgerei Mähringer.
Fortan konnten größere Schießveranstaltungen, vornehmlich zu dem alljährlichen
Freischiessen, durchgeführt werden. Das Freischiessen fiel damals mit dem Kirchweihfest zusammen, zeitlich gesehen das letzte Juliwochenende bis hin zu den ersten Augusttagen.

Hierzu darf einmal ein Auszug aus dem damaligen "Fränkischen Wald" vom 15.08.1877 bezüglich des Kronacher Freischiessens erwähnt werden:

"Geschossen wurde gestern viel und gut. Auswärtige Schützen und Schützendeputationen aus benachbarten Städten und Ortschaften waren zahlreich erschienen.
A u c h  d i e  S c h ü t z e n g e s e l l s c h a f t  v o n  W a l l e n f e l s  hatte zu unserer Freude ihre Vertreter und zwar sehr tüchtige Schützen geschickt, von denen
                 Herr Andreas Götz 2 Centra schoss.
Ein weiteres Centrum schoß Hr. Hellmuth aus Markt Zeuln".

Anhand dieses Auszuges kann man ersehen, dass schon etliche Freundschaftsbande mit benachbarten Vereinen in dieser Zeit geschlossen wurden. Desgleichen gab es sicherlich schon sehr gute Schützen im Verein, die mit ihren Leistungen auch auswärts aufhorchen ließen.

Als die Gesellschaft am 21. Juni 1884 vom kgl. Landgericht Bamberg als Verein ins Register eingetragen wurde, herrschte eine "Zweiklassengesellschaft" mit ordentlichen und außerordentlichen Mitgliedern. Das Mango hierbei war aber, dass die ordentlichen Mitglieder mit dem Kauf von Aktien zu damals 25 Gulden je Aktie Mitbesitzer des Anwesens "Sommerkeller" waren, während die außerordentlichen Mitglieder nur ein Beratungsrecht bezüglich Freischießen und sonstiger Festveranstaltungen inne hatten und sie sich somit um ihr moralisches Recht betrogen fühlten.

Schließlich konnte mit Notariatsurkunde vom 27. August 1884 das Anwesen "Sommerkeller", mit dem auch ein Braurecht (Mälzerei) verknüpft war, der Schützengesellschaft käuflich überlassen werden (nämlich den Aktieninhabern).

In den folgenden Jahren wurde bereits kräftig für das alljährliche Freischiessen in den damaligen Zeitungen geworben. So darf einmal der Wortlaut der Einladung für 1885 zitiert werden:

"Zu unserem am 26. & 27. Juli, dann am 2. & 3. Aug. ds. Js. stattfindenden
Hauptscheiben-Schiessen,
welches in der gewöhnlichen Weise abgehalten wird, und worüber
das Nähere der Anschlagzettel besagt, wird freundlichst eingeladen.
Wallenfels, am 15. Juli 1885.
Die Schützengesellschaft.
Joh. Müller, Lisa, Vorstand.


Aus dem vorliegenden Protokoll zur Generalversammlung am 6. Januar 1889 kann unter anderem entnommen werden:

- es gibt schon recht detaillierte Ausführungen u. Bestimmungen zur Abhaltung des Freischiessens,
- Stand der Gesellschaft: 31 ordentliche und 23 außerordentliche Mitglieder.
- als außerordentliche Mitglieder wurden Pfarrer Johann Hümmer, And. Müller, Lieutenant und Johann Müller,  Lehrerssohn, aufgenommen.
- bei den durchgeführten Wahlen ging Johann Müller, Flossholzhändler, als 1. Vorstand hervor. Sein Vertreter  war Georg Schmitt, Bäcker. Kassier wurde Konditor Will und den Schriftführerposten nahm der Lehrer Gustav  Rohnfelder ein. Offensichtlich erfolgte schon vor den Wahlen wieder eine Satzungsänderung in Sachen Wahlen, denn es werden jetzt auch noch 4 gewählte Ausschussmitglieder angeführt. Es handelte sich um die Herrn Christian Zeuß, Joh. Stumpf-Rauh, Joh. Göppner sen. und Joseph Köstner.

Einige Besonderheiten aus den folgenden Jahren dürfen hier noch zitiert werden.

- aus dem Jahr 1890

Erlass von Schiessbestimmungen und Aufstellen einer Schiessordnung, Berechtigung für Balleintritte (zum     Freischiessen im Saal "Sommerkeller"), Beteiligung am Festzug mit Abzeichen,
Schützenkönig muss eine gemalte Ehrenscheibe dem Verein widmen, Anschaffung von Schützenzeichen (nach Rücksprache mit dem Vorstand des Gesangvereins),
Bestellung von Scheiben o. Feldern und Schusszettel.
Ausschreibung des Schiessens in öffentl. Blättern, wie z.B. im "Fränk. Wald",
Bestimmung über das Preiskegelschieben (während des Freischiessens),
Anschaffung eines Koffers oder Schränkchens zum Aufbewahren von Papieren der Gesellschaft,
Verakkordierung der notwendigen Steinkohlenlieferung (zum Beheizen "Sommerkeller),

SGW Chronik, Teilansicht AK 1899 Areal Sommerkeller~1
Sommerkeller und Schützenhaus in den 20er Jahren 1
Sommerkeller und Schützenhaus in den 20er Jahren 2

Schießeinteilung für die Schießen in Presseck und Schwarzenbach/W.,
Gesuch um einen Kredit bei der kgl. Filialbank in Bamberg,
Anwesen "Sommerkeller" mit Wiesen u. Garten für 1000 M versichert,
Vertrag mit Mälzer Michael Hahn wegen Bierausschanks (18.08.90).

- Schwamm in der Kegelbahn,
Vertragsabschluß mit Fa. Leonhardt Gegner, Kohlengeschäft in Stockheim, der Zentner Kohle kostet 46 Pfg.,
Ankauf von Gerste bei Fa. Krug in Hof/S.,
Anschaffung von Säcken über A.A. Ursell in Ottendorn i.W.,
Anschaffung einer Malzentkeimungsmaschine für 155 M beim Landsmann
And. Kronmeyer in Kronach,
Ankauf von Fässern bei Christoph Schultheiss in Weißenbrunn

 

1891

- Wahl Vorstand u. Ausschuß mit Stimmzettel: 1. Vorstand Müller Lisa, 2. Vorstand Andreas Will, Kassier Rohnfelder und Schriftführer der Kaufmann Göppner. Luitpoldfeier am 12.3.91 anl. 70. Geburtstag Sr. kgl. Hoheit Prinzregent Luitpold
von Bayern,
Beschluß, 4 Gebräu Bier brauen zu lassen (etwa 115 hl),
Hundesteuer für den "Rattenfänger" (Hund des "Sommerkeller") vom Verein bezahlt,
Schwamm in der Kegelbahn soll mit Carbolineum behandelt werden, die abgesägten Pappeln sollen zu Tischplatten geschnitten werden,
Ankauf von 1/2 L und 1 L Steinkrügen, 110 hl Bier gebraut, 1 hl kostet 16 M, also kostet 1 L 16 Pfg.,
Zum Besuch der Schießen in Presseck, Geroldsgrün und Kronach soll vorerst ein Zirkular an die Mitglieder ergehen, unterschriftlich anzugeben, an welchem Schießen sie sich beteiligen wollen - sollte demselben ungenügender Bescheid gegeben werden, so werden die betreffenden Mitglieder per Los bestimmt und haben sich dann ohne Widerrede oder gegen Strafe von……M zu fügen,
- Anschaffung von Fahnen und eines Humpens, die Aufnahmegesuche von 4 Herren wurden abgelehnt, Trennung von Schützenkasse und Mälzereikasse
Berichterstattung über das heurige Schießen…………"Der Besuch unseres Schießens durch auswärtige Schützen ließ vieles zu wünschen übrig; besonders ist das gänzliche Fehlen der Kronacher Hasenkühe sehr zur Darnachachtung aufgefallen".

 

1892

- Geburtsstunde des Gesellschaftstages, "…….einstimmig wurde beschlossen, von jetzt ab wöchentlich am Montag einen Gesellschaftsabend bei unseren Malzabnehmern (auch Mitglieder/ zu veranstalten, Aussprechung und Einziehung von Strafgeldern für Mitglieder, welche unentschuldigt von Versammlungen fernbleiben (Geldstrafe von 20 Pfg.!), Kellereröffnung am 1. Mai
Ehrung des Herrn Stationskommandanten Ruckdeschel mit dem Diplom Ehrenmitglied,

Beim morgigen Maiball spielt die hiesige Musikkapelle um den Betrag von 27 M",
Besuch der Schießen in Presseck, Geroldsgrün und Stadtsteinach,
Vertragsabschluß mit hiesiger Musikkapelle fürs Freischießen 1892 "nach gepflogener Besprechung spielt die hiesige Musikkapelle tagsüber mit 10 Personen und nachts mit 9 Personen um einen Pauschalbetrag zu 175 M………" .                           

 

1893

- Es wurden 4 Gebräu a 9 Ztr. Malz für die Sommerwirtschaft gebraut,
Anschaffung einer Fahne,
"Kronacher Schützen haben heuer zum ersten Mal ihre Teilnahme (an unserem Schießen) annonciert !",
Beitritt zum Oberfränkischen Schützenbund vertagt, wegen Fehlens von Schützen kein Beschluß möglich.

1894

- Anschaffung einer Zirkelmaschine,
Beitritt zum Oberfränkischen Schützenbund,
hiesige Musikkapelle, aus 9 Mann bestehend, spielt beim heurigen
Freischiessen zum Preis von 131 M, einschl. 1 M Trinkgeld,
Besuch der Schießen in Presseck, Geroldsgrün, Stadtsteinach und Schwarzenbach/W. mit namentlicher Einteilung, neue Schießbestimmungen, nur noch Freihandschießen, 8 (!) teilnehmende Vereine beim Freischießen 1894,
Erweiterung der jetzigen Schießstände und Einführung von Zugscheiben, geplant sind 4 Schießstände (Besichtigung der Anlage Presseck hierzu),
Einführung von Monatsbeiträgen á 30 Pfg.
Statutenänderung -  Wahl von 2 Schützenmeistern, Tätigkeit von Schriftführer und Kassier in einer Hand !
Tragen der Schützenfahne bei kirchlichen Festen.

 

1895

- Berichterstattung über den Verein, 30 Mitglieder und 82 Aktien, es gab bereits ein Forstamt hier, Nationalglückwunsch an Fürst Bismarck,
Abschrift vom 16.1.1895 an örtl. Magistrathe - mit dem Gesuch um Bewilligung zur Ausübung des Sommerwirtschaftsbetriebes auf die Zeit vom 15. April bis 15. Sept. jeden Jahres ("…..Sommerwirtschaft bestand bereits seit 1861"), "….mit den Arbeiten zur Erweiterung der jetzigen Schießstände und Einführung von Zugscheiben ist unverzüglich zu beginnen……".
"…die Arbeiten sollen dem Maurer Heinrich Schmittnägel und dessen Sohn Joseph um einen Taglohn von 2,00 M bezw. 2,40 M übergeben werden".
- Aufnahme von Schützenmitgliedern

August Wachter, kgl. Forstmeister dahier,
Dr. Hans Wachs, prakt. Arzt dahier,
Ferd. Kotschenreuther, Kaplan dahier,
Georg Schirner, kgl. Förster in Schnappenhammer u.
Adam Weber, Metzgermeister zu Bernstein/W.

Noch 1895
- Besuch von Schießen in Presseck, Geroldsgrün, Stadtsteinach, Schwarzenbach/W., Helmbrechts und Kronach mit namentlicher Einteilung, Berichterstattung über den Verlauf des Freischießens 1895 - erfreulicher Verlauf mit vielen Teilnehmern, u.a. aus München, Lichtenfels und Kronach.
Gegenwärtig 60 Mitglieder insgesamt, ordentliche u. außerordentl. Mitglieder.
Anschaffung neuer Vereinszeichen.

Altes Schützenabzeichen um 1910_1

Im "Fränkischer Wald" Nr. 184 vom 9.8.1895 wird freudig berichtet:

Wallenfels. Bei dem diesjährigen Freihandschießen, wobei auf die 4 neueingerichteten Schießstände mit elektrischem Läutwerk von den zahlreich erschienenen Herren Schützen aus Kronach, Presseck, Schwarzenbach, Unterrodach und Wolfersgrün ge- schossen und im ganzen 4593 Schüsse abgegeben wurden, haben nachstehende Schützen Preise gewonnen:
A. Glückscheibe: 1. Preis und Schützenkönig Hr. Göppner, Kaufmann, Wallenfels   

 mit 62 Tl.; 2. Pr. Hr. Anton Wunner-Presseck mit 283 Tl.; 3. Pr. Hr.
Bieber-Kronach mit 290 Tl.; 4. Pr. Hr. Müller Casp.-S. Wallenfels mit
403 Tl.; 5. Pr. Hr. B. Schauer-Wallenfels mit 444 Tl. und 6. Pr. Hr.
Hans Rupp-Lichtenfels mit 449 Tl.

B. Hauptscheibe: 1. Pr. Hr. Bieber-Kronach mit 32 Kr.; 2. Pr. Hr. Müller Casp.-S. 

Wallenfels mit 31 Kr.; 3. Pr. Hr. Rupp-Lichtenfels mit 31 Kr.
4. Pr. Hr. Anton Wunner-Presseck mit 30 Kr.; 5. Pr. Hr. Findeis-
Schwarzenbach mit 29 Kr.; 6. Pr. Hr. Carl Schmitt-Schwarzenbach mit
30 Kr.; weil darunter 1 Weißschuß.

C. Ehrenscheibe: Hr. Gremer-München mit 11 Kreisen.

Anmerkung des Verfassers:

Nach Auswertung des vorhandenen 2. Protokollbuches, das 1. Protokollbuch ist leider nicht vorhanden, wurden bewusst einige markante Punkte aus den Jahren 1889 bis 1895 angeführt.
Es soll hiermit aufgezeigt werden, mit welchen Erfreulichkeiten aber auch Problemen schon die damaligen Schützenbrüder, insbesondere die Vorstandschaften, tangiert worden waren.
Die Aufzählung ist nicht erschöpfend, sie könnte beliebig erweitert werden ! Es ist ja auch nur ein sehr kurzer Zeitraum in der fast 150jährigen Vereinsgeschichte, der hier minutiös nachvollzogen werden kann und sicherlich interessante Perspektiven von der damaligen Zeit vermittelt.
Was unter dem Namen Schützengesellschaft Wallenfels in der Zeit vom 12.02.1863 bis zum 15.08.1903 existierte, waren also zwei Vereinigungen, nämlich die Aktien-Mälzerei-Gesellschaft mit Sommerwirtschafts-
betrieb und die eigentliche Schützengesellschaft. Laut Protokoll vom 4. Mai 1892 bildete der Verein einen Reservefonds aus 10 % der Einnahmen, wovon die Aktienmälzerei für die Überlassung der nötigen Räumlichkeiten beim Freischießen 5 % erhielt.

Am 13.9.1902 ging das gesamte Sommerkelleranwesen mit Schießhaus in den alleinigen Besitz von Johann Mähringer über. Die Aktiengesellschaft löste sich laut Beschluß vom 2.8.1903 auf, die Schützengesellschaft aber bestand weiterhin. Der neue Besitzer überließ laut Protokoll vom 17.5.1903 dem Verein fortan das Schießhaus und sämtliche Lokalitäten für das jährliche Freischießen um den Preis von jährlich 40 M. Er selbst musste das Schießhaus in ordnungsgemäßem Zustand halten. Durch die unglückliche Verkettung mit einem artfremden Gewerbebetrieb sind die Ziele und Ideale des Schützenvereins zum Teil verloren gegangen. Die nunmehr von allen Bindungen gelöste Schützengesellschaft war fortan bestrebt, die um die Jahrhundertwende aufgetretene Krise möglichst bald zu überwinden und dem Verein wieder Auftrieb und Erfolg zu bringen, wie es in einem Protokoll vom 16.6.1907 einstimmig beschlossen wurde

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Schauers-Schreiner jun.
 

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